Der Mauerweglauf – 100 Meilen Ultramarathon

100 Meilen, das sind 160,9 km, welche beim Mauerweglauf erlaufen werden. Dieser ganz besondere Ultramarathon geht entlang der ehemaligen Berliner Grenze und soll der Teilung Berlins und deren Opfern gedenken. Jedes Jahr gibt es eine Finisher-Medaille mit dem Abbild eines Menschen, welcher auf der Flucht und dem Versuch die Mauer zu überwinden, gestorben ist. Die Strecke an sich bietet den Läufern allerhand – es geht häufig über Asphalt, mitten durch die Stadt aber auch durch Wälder und entlang von Wiesen.

Bereits Anfang Januar 2016 waren die limitierten 350 Plätze für die Einzelläufer restlos vergeben. Auch die Staffeln, knapp 100 an der Zahl, waren kurze Zeit später weg. Damit verbuchen die Veranstalter (wieder) einen neuen Rekord.

2016 ist das Jahr in dem Karl-Heinz Kube gedacht wird. Er wurde am 16. Dezember 1966 zu einem weiteren Maueropfer. Der Plan, über die Kleinmachnower Grenze zu gelangen scheiterte – er wurde auf der Flucht erschossen.

Eine Zeitreise zurück

Im August 2011 gingen erstmalig 92 Läufer und Läuferinnen an den Start – von ihnen erreichten 78 innerhalb von 30 Stunden das Ziel. Dieser erste Lauf war Günter Litfin  gewidmet, er war das erste von vielen Todesopfern, welcher auf der Flucht getötet wurde. Der Sieg wurde sich brüderlich zwischen sogenannten “Ultralauf-Zwillingen” Michael Vanicek und Jan Prochaska mit einer Gesamtzeit von 16:22 Stunden geteilt.

Das darauffolgende Jahr wurde als Kreativpause genutzt und so ging es 2013 weiter. Die Organisatoren des Mauerweglaufs konnten sich bei ihrer Bewährungsprobe über eine stattliche Teilnehmerzahl von 254 Läufern freuen. Sportlich wurde abermals ein neuer Erfolg gefeiert– Peter Flock lief die 100 Meilen des Mauerweglaufs in gerade mal 15:53 Stunden.

Dem Brauch, einem Maueropfer zu gedenken, blieben die Veranstalter treu, Chris Gueffroy war das vorletzte Opfer welches an der Berliner Mauer ums Leben kam.

Und dann kamen noch Umzug und Trauung

2014 war, laut Veranstalter, das Jahr der Rekorde – es gab, inklusive der Staffeln, über 300 Anmeldungen und auch einen neuen Streckenrekord. Mark Perkins aus Großbritannien flog die Strecke geradezu in unglaublichen 13:06 Stunden. Mit einer besonders schönen Geste wurde Peter Fechter geehrt, die Teilnehmer legten Rosen in der Zimmerstraße ab – an diesem Ort haben ihn 35 Schüssen getroffen an deren Folge er verblutete. Sein Konterfei war 2014 auf der Finisher-Medaille.

Start und Ziel des Mauerweglaufs waren 2015 zum 2. Mal im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Dieser bietet bessere Rahmenbedingungen und liegt auch dichter an der Laufstrecke. In diesem Jahr wurde „Micky“- Marienetta Jirkowsky gedacht, sie wurde 1980 bei dem Versuch aus der DDR zu flüchten von Grenztruppen getroffen und erlag später ihren schweren Verletzungen.

Sportlich lief der Italiener Marco Bonfiglio bei den Einzelläufern zur Höchstform auf. Bereits im Jahr zuvor holte er sich den zweiten Platz beim Mauerweglauf und 2015 dann mit souveränen 13:40:11 Stunden den Sieg.

Aber auch herzliche Anekdoten während des Laufs erfreuten die Veranstalter. So machten die zwei Ultraläufer Conny Balke aus Berlin und der Braunschweiger Karl Rohwedder während des Laufes einen Abstecher zum Standesamt in Hennigsdorf, um sich dort trauen zu lassen. Die Beiden gingen dann als frisch verheiratete Eheleute Rohwedder ins Ziel.

Der Mauerweglauf wird sich bestimmt auch zukünftig immer größerer Beliebtheit erfreuen. Läuferinnen und Läufer aus aller Welt schätzen die sportliche Herausforderung von diesem besonderen Ultramarathon. Sie werden zu Widerholungstätern, wenn es jährlich im August heißt, 100 Meilen Berlin – Der Mauerweglauf.