Interview mit Simon Welten, Vizepräsident des Amtsgerichts Potsdam

v.l.n.r. Simon Welten, Vizepräsident; Sven Hering, Richter; Inga Dongowski, Rechtspflegerin

"Justiz läuft" - das Amtsgericht Potsdam wird am 29. Juni mit seinem Team bei der AOK-TEAM Staffel starten.

Herr Welten, warum beteiligt sich das Amtsgericht am Firmenlauf?

Konkret auf die AOK TEAM Staffel hat das Brandenburgische Oberlandesgericht hingewiesen und für eine Teilnahme der Gerichte geworben. Wir haben das gerne aufgegriffen, wobei auch das betriebliche Gesundheitsmanagement eine Rolle spielt, aber vor allem natürlich das Gemeinschaftserlebnis an sich.
Wir möchten damit als Amtsgericht ein Signal senden und damit sowohl in das Gericht hinein, aber auch nach außen, Flagge zeigen, dass uns die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Herzen liegt und jede und jeder auch etwas dafür tun kann und auch tun sollte.

Wie viele Staffeln laufen mit und welche Funktion haben die Teilnehmer am Amtsgericht?

Ursprünglich hatten wir zwei Staffeln geplant, schließlich ist dann aber, auch weil wir zum ersten Mal an einer solchen Veranstaltung teilnehmen, ein Team zustande gekommen. Vielleicht hat der Anfahrtsweg verbunden mit dem Charakter als Abendveranstaltung, unsere Beschäftigten kommen natürlich nicht nur aus Potsdam, einige abgeschreckt; möglicherweise unterschätzen auch manche ihre Leistungsfähigkeit im Hinblick auf die Distanz von 5 km.
Besonders freuen wir uns darüber, dass die Teilnehmenden aus allen Laufbahnen (sic!) kommen. So sind in unserer Staffel neben mir als Vizepräsident eine Gerichtsvollzieherin, eine Rechtspflegerin und ein weiterer Richter dabei.

Welche Rolle spielt das Betriebliche Gesundheitsmanagement am Amtsgericht?

Betriebliches Gesundheitsmanagement hat eine große und – im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung als Rahmen für bestehende und auch neue Angebote und Maßnahmen – auch zunehmende Bedeutung. Viele Dinge setzen wir nämlich schon ganz selbstverständlich seit Jahren um, so müssen wir das Rad nicht grundsätzlich neu erfinden. Unsere Arbeitsplätze sind ergonomisch zeitgemäß ausgestattet und verfügen etwa über elektrisch in der Höhe verstellbare Schreibtische. Zudem gibt es, zwischenzeitlich erweiterte, Gesundheitsangebote für unsere rund 230 Bediensteten. Diese umfassen gegenwärtig ein kräftigungsorientiertes Fitnesstraining und ein Massageangebot, welche in justizeigenen Räumen stattfinden. In gewissem Umfang ermöglichen wir die Teilnahme daran auch während der Dienstzeit.

Unsere Vorstellung vom betrieblichen Gesundheitsmanagement geht aber über den reinen Fitnessaspekt hinaus und ist gewissermaßen ganzheitlich. So spielt der Gesichtspunkt des psychischen Wohlbefindens eine enorme Rolle. Insoweit gehören für mich auch die jährlichen Betriebsausflüge und andere Gemeinschaftsveranstaltungen dazu, nicht zuletzt auch der Projektchor, den wir von Zeit zu Zeit ins Leben rufen, und an dem rund 10 bis 15 Beschäftigte mit sichtlichem Spaß und hörbarem Erfolg teilnehmen. Mittlerweile haben wir zudem ein Gremium bestehend aus Verwaltung sowie Vertretern von Personalrat und Richterrat etabliert, welches aktiv Ideen zum Thema Gesundheitsmanagement und Teambildung entwickelt und deren Umsetzung in die Wege leitet.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Hier wird natürlich nicht in erster Linie trainiert und gesungen, sondern sehr viel gearbeitet. Der Geschäftsanfall ist enorm. Gerade deshalb ist es aber wichtig, die Gesundheit der Bediensteten im Blick zu haben und, soweit das dienstliche Umfeld Einfluss hat, positiv zu wirken und Angebote zu machen.

Wir bereiten sich die Mitarbeiter auf den Firmenlauf vor?

Um den Teamgedanken zu unterstützen, hat das Oberlandesgericht für alle Staffelmitglieder T-Shirts unter dem Motto „Justiz läuft“ zur Verfügung gestellt. Ansonsten trainiert jeder für sich in der Freizeit.
Für mich selber war die Anmeldung Anlass, neben anderen Aktivitäten auch regelmäßig zu laufen. Mir ist bekannt, dass sich das andere auch vorgenommen und Interesse bekundet haben, im nächsten Jahr an dieser oder einer vergleichbaren Veranstaltung teilzunehmen.

Die Fragen stellte Aline Creifelds

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