Raus aus dem Büro

Vor den Eingangstoren zum Neuen Garten in Potsdam herrscht Stau. Mal wieder. Die Autos reihen sich auf der Straße einer Perlenkette gleich aneinander und trüben mit ihren Abgasen die ohnehin schon stickige Luft an diesem hochsommerlichen Dienstag noch mehr. Nur vielleicht 200 Meter davon entfernt, in einer ruhigen Ecke in der Parkanlage, ist von der stressigen und unangenehmen Stauatmosphäre derweil rein gar nichts zu vernehmen. Hier ist es ruhig, die Luft viel klarer, das Gras saftig grün. Eine kleine Oase. Dorthin haben sich Potsdamer Mitarbeiter der DKB Service GmbH für ihre wöchentliche Trainingseinheit im Rahmen von „Die Firma läuft“ zurückgezogen. Jenes Projekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement, das von den PNN, der Potsdamer Lauf- und Fitnessschule gotorun sowie der AOK Nordost initiiert wird, geht 2016 in seine zweite Runde.

Ein-Bein-Stand statt sitzen

 Mit dabei ist es der Potsdamer Standort der DKB Service GmbH, dessen Bewerbung um Teilnahme erfolgreich war. Die Bearbeitung von Bank-Dienstleistungen und die telefonische Kundenbetreuung gehören zum Arbeitsspektrum der Service-Einrichtung. „Das heißt, die Tätigkeit findet fast permanent im Sitzen statt. Daher ist es enorm wichtig, dem Körper ausgleichende Bewegungsreize zu geben“, sagt die im Bereich Projektmanagement agierende Heike Gritzka am Rande des Trainings und weiß davon zu berichten, dass die DKB Service GmbH bereits sehr aktiv in Sachen Betriebliches Gesundheitsmanagement ist. Zum Beispiel werden Gesundheitstage beziehungsweise Seminare zum Thema Ernährung, Bewegung, Yoga und Ergonomieschulung veranstaltet. Außerdem wurde die aktive Mini-Pause etabliert, bei der sich die Mitarbeiter treffen, um ein zehnminütiges Programm mit Dehn-, Beweglichkeits, Stabilisations- oder Kräftigungsübungen zu absolvieren. „Es stehen auch kleine Tischtennisplatten zur Verfügung, die gerne für eine spielerische Form der Pause genutzt werden“, erzählt Heike Gritzka, die bei der DKB Service GmbH hauptsächlich in Neubrandenburg tätig ist. Aber auch an anderen der insgesamt 19 bundesweiten Standorten. Und wenn sie dienstlich unterwegs ist, dann auch
gleichzeitig immer in der Rolle als sogenannter Gesundheitscoach des Unternehmens. Dafür machte sie mit Unterstützung ihres Arbeitgebers eine zweijährige Ausbildung, nach der sie nunmehr der Belegschaft Ratschläge für ein besseres Wohlbefinden am Arbeitsplatz gibt und gesundheitsfördernde Initiativen in die Wege leitet.

Vielfalt an Optionen

Wie die Teilnahme an „Die Firma läuft“. Diese bewertet Heike Gritzka als „gute Möglichkeit, unser Angebot zu erweitern“. Denn:„Das Wichtigste beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement ist doch, eine Vielfalt an Optionen zu bieten, um möglichst jeden dort abzuholen, wo er für sich den Bedarf sieht.“ Mit „Die Firma läuft“ werden zahlreiche Interessenten des Potsdamer DKB-Standortes abgeholt, wie seit Projektbeginn vor wenigen Wochen deutlich wird. Es sind sogar so viele, dass sie auf zwei Gruppen aufgeteilt werden müssen, damit die Einheiten effektiv und möglichst individuell durchgeführt werden können.
 
An jenem Dienstag müssen Gritzka und ihre Kollegen bei annähernd 30 Grad Celsius nur sehr wenig läuferische Übungen durchführen. Stattdessen stehen vornehmlich Koordination und Stabilisation auf dem Trainingsplan. In der schattigen Ecke des Neuen Gartens kommen dafür beispielsweise kleine Bälle zum Einsatz, die sich die Mitarbeiter zu werfen, während sie wie Flamingos auf einem Bein stehen. Das schult unter anderem den Gleichgewichtssinn und das Körperbewusstsein. „Im Berufsalltag geht viel an Beweglichkeit und auch an einfachen motorischen Fähigkeiten verloren“, sagt gotorun-Trainerin Diana Lehmann. „Das wollen wir ausgleichen. Übungen zur Körperhaltung oder Koordination können  deutlich machen, wo sich Defizite oder vielleicht sogar Fehlbelastungen entwickelt haben und wie sich diese korrigieren lassen“, so die Sporttherapeutin und Heilpraktikerin.
 
Für die Teilnehmer ist das oft mit einem Aha-Effekt verbunden, wie schwierig und ungeschmeidig sich recht einfache Bewegungsabläufe. „Das Gute ist“, so Diana Lehmann, „dass sich das mit etwas Regelmäßigkeit und Aufgeschlossenheit schnell wieder zurückholen lässt.“

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