Ausgelassene Stimmung beim RBB-Drittelmarathon

Eine verdächtige Stille lag am Sonntagmorgen in der Luft über der Havel. Um kurz vor Neun fanden sich die ersten Teilnehmer des 15. RBB-Drittelmarathons auf der, mit Luftballons geschmückten, Glienicker Brücke ein.

Bei noch etwas bewölktem Himmel und leichtem Nieselregen zeigte sich die historische Eventlocation von ihrer bescheidenen Seite. Die frühen Läufervögel tranken noch ein paar Kaffee am Wasser und hielten dabei noch das eine oder andere entspannte Pläuschchen, bevor es sich langsam füllte. Mit dem Eintreffen des Läufervolkes tat sich auch etwas am Himmel und die Wolken wichen einer knallenden Sonne. Die schnell wachsende Menschenmasse verteilte sich links und rechts von der Brücke auf die Wiesen. Während die einen sich schon dehnten und aufwärmten, lagen andere genüsslich im Gras und sonnten sich oder sahen hinaus auf das schimmernde Wasser. Insgesamt meldeten sich, ähnlich wie in den vorherigen Jahren, 2300 Teilnehmer an.

 Besonders über das Wetter freute sich RBB-Moderator Andreas Ulrich, der sich noch gut daran erinnern konnte wie vor ein paar Jahren eine Sturmfront die Werbebanner von der Brücke wehte. Neben dem üblichen Wetter-Geplänkel wies Ulrich nochmal darauf hin, dass der RBB-Drittelmarathon Bestandteil der „AOK läuft! Potsdam-Serie ist. Weitere Wettkämpfe des neuen Lauf-Cups sind der Schlösserlauf am 3. Juni und der Intersport Olympia Lauf Potsdam am 7. Oktober. Die AOK Nordost war ebenfalls als Partner des Drittelmarathons mit dem AOK-Laufkub vor Ort. Im Folgenden führte Ulrich aus, was das Besondere an der Strecke des RBB-Laufs sei und bezeichnete das Rennen als ein schönes Sightseeing. Vielleicht laufe man ja auch Günther Jauch über den Weg, der manchmal in der Berliner Vorstadt beim Joggen zu sehen sei.

Den Startschuss sollte dieses Jahr der ehemalige Bobsportler Kevin Kuske geben. Kuske beendete dieses Jahr im Februar seine 20-jährige Karriere mit einer Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea und gilt als Potsdamer Lokalmatador. Nachdem er den Läufern das Startsignal gegeben hätte, würde er auch selber losrennen, allerdings nicht bis ins Ziel laufen. Zwar sei Kuske, zumindest auf den ersten Metern, bei seinen Sprints im Training schneller als Usain Boldt gewesen, aber für Ausdauerläufe ist der Olympiagewinner dann doch laut eigener Aussage „zu kompakt“.

Kurz vor dem Start lobte RBB-Sportmoderator Dietmar Talge noch einmal die ausgelassene Stimmung vor Ort: „Sie sprechen miteinander, sie tauschen sich aus, ich glaube, dass hier dieser überanstrengte Ehrgeiz bei den Teilnehmern nicht unbedingt dabei ist“. Hier gehe es einfach mal darum, bei schönem Wetter die Stadt zu genießen und auf die innere Uhr zu achten. Damals vor 15 Jahren, wurde der Drittelmarathon zur Gründung des RBB das erste Mal veranstaltet. Es ging darum, Berliner und Potsdamer auf den neuen Sender aufmerksam zu machen und nicht darum, einen leistungsorientierten Wettkampf zu kreieren.

Nachdem Kevin Kuske dann um zehn Uhr den Startschuss gab, spurteten die 2300 Teilnehmer die Berliner Straße herunter. Dabei angefeuert wurden sie von den Potsdam-Panthers-Cheerleadern, die am Streckenrand posierten und jubelten. Nach rund 45 Minuten kam das nun inzwischen vierte Mal in Folge Tom Thurley als Erster ins Ziel gelaufen. Ohne wirkliche Anstrengung im Gesicht stellte er sich prompt den Moderatoren und Kameramännern des RBB. Nach einer schwierigen Trainingswoche und immer noch etwas schweren Beinen lief Thurley den Drittelmarathon eine Minute langsamer als im Vorjahr, wo er mit einer Zeit von 43:57 Minuten einen Streckenrekord aufstellte. Das es dieses Jahr dafür nicht reichte, kann allerdings auch daran liegen, dass die Strecke in dieser Auflage geändert wurde. Erschöpft in der prallen Sonne stehend, musste der Sportler vom Potsdamer Laufclub sich dann doch erstmal kurz hinsetzen und die Moderatoren mit ihren Fragen warten lassen. „Lasst den jungen Mann doch mal mit eurer Fragerei in Ruhe“, rief ein älterer Mann vom Streckenrand. Nach Thurley kam, ebenfalls vom Potsdamer Laufclub, Chris Heinicke (50:33) ins Ziel. Den dritten Platz belegte Christoph Descher (51:02) vom TLV Rangsdorf. Bei den Frauen schaffte es Viktoria Brandt von JKRunning in 52:31 als Erste ins Ziel. Es folgten Wibke Richter (54:42) vom Potsdamer Laufclub und gotoruns Laura Opt-Eynde (55:06), die erst vergangenes Wochenende beim Spreewaldmarathon zur Laufkönigin gekürt wurde.

Für besondere Unterhaltung sorgte während der Siegerehrung eine Laufgruppe aus Dublin, die jedes Jahr gemeinsam einen Lauf im Ausland bestreiten und das Event „absolutely wonderful“ und „so beautiful“ nannten, bevor sie lautstark feiernd von der Bühne gingen und in der Menge abtauchten. Ebenso sorgten die Potsdam-Panthers nochmals mit einer Cheerleading-Einlage für Staunen. Als die jungen Mädchen durch die Luft wirbelten, blieb bei so manchen Zuschauern der Mund offen stehen.

Brandenburg läuft gratuliert Tom Thurley zum erneuten Sieg und bedankt sich beim RBB für eine erneut sehr schöne und gelungene Laufveranstaltung.

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