So viele Powerfrauen wie noch nie

Mehr als 400 Läufer- und Walkerinnen nahmen am vergangenen Sonntag beim 16. Potsdamer Frauenlauf teil. Bereits in den Wochen zuvor versuchte der Potsdamer Laufclub (PLC) auf seiner Veranstaltungswebsite unter dem Motto „Wo sind unsere Powerfrauen“ für genug Anmeldungen zuwerben, damit ein Teilnehmerrekord aufgestellt werden kann.

Das Trommeln hat sich gelohnt: Doppelt so viele Läuferinnen wie im vergangenen Jahr waren dabei. Als sich die Frauen für den Wettkampf im Volkspark Potsdam einfanden, knallte die Sonne bereits auf das Gelände. Glücklicherweise spendete das große Dach neben der Bolzwiese ausreichend Schatten. Darunter wurden die Startnummern ausgegeben und die älteren PLC-Semester verkauften Kaffee und Kuchen. Explizit wies der Veranstalter darauf hin, dass es in diesem Jahr doppelt so viel Kuchen gebe wie im vorherigen. Da der Lauf nur Sportlerinnen zulässt, verausgabten sich manche Ehemänner mit den Söhnen auf dem Fußballplatz, bevor sie am Streckenrand laut werden sollten.

Prominenter Gast in den Zuschauerreihen war Potsdams Sozialdezernent und OB-Kandidat Mike Schubert, der seine Frau und Tochter anfeuern wollte. Im Gespräch ließ er durchblicken, dass er selbst regelmäßig mit Laufschuhen unterwegs sei und zuletzt beim RBB-Drittelmarathon und dem Haveluferlauf teilgenommen habe. Bevor er allerdings fleißig am Streckenrand fotografierte, startete um zehn Uhr der 400 Meter lange Bambinilauf für die Jüngsten. Bereits dieses kurze Rennen wurde ausgiebig von den Eltern bejubelt und entfachte eine besonders herzliche Stimmung. Bevor es dann für die Großen an den Start gehen sollte, hatte sich der Potsdamer Laufclub noch ein gemeinsames Aufwärmprogramm überlegt. Das Teilnehmerfeld hüpfte bei lauter Chartmusik beim „Dancing Warmup“ einer Vortänzerin. Anfangs wurde noch darauf geachtet, die tanzenden Bewegungsabläufe richtig nachzuahmen, ehe das Aufwärmprogramm innerhalb kurzer Zeit zu einem euphorischem Rave entwickelte, in dem jeder einfach irgendwie ausgelassen tanzte.

Nachdem die Läuferinnen durch die sympathischen Lockerungsübungen bestens aufgewärmt waren, ging es  an den Start für die fünf und zehn Kilometer. Den Startschuss gab um 10:30 Uhr Sabine Merboth, Niederlassungsleiterin der AOK Nordost. Viele Frauenvereine beteiligten sich an dem Wettkampf wie beispielsweise Nachwuchsspielerinnen von Turbine Potsdam, eine Laufgruppe der SPD oder dem Fitnesskurs für junge Mütter „Fit dank Baby“. Letztere schoben tatsächlich auch während des Rennens ihre Kinderwagen vor sich her, aus welchen verdutzte Kinderköpfe schauten. Auf den fünf Kilometern siegte nach zwei Runden und 18:10 Minuten Vivien Steinhoff vom Potsdamer Laufclub. Den zweiten Platz belegte direkt im Anschluss die erst 13-jährige Josefine Unterberger (18:12) vom OSC Potsdam. Als wäre es nicht von besonderer Leistung, mit vier Jahren Unterschied so knapp hinter der Erstplatzierten ins Ziel zu laufen, fragte der Veranstaltungsmoderator die kleine Unterberger, warum es nicht für Platz eins gereicht hätte, was für allgemeine Belustigung sorgte. Den dritten Platz belegte die 14 Jahre alte Lena Sonntag (20:28) vom SC Potsdam.

Auf den zehn Kilometern gewann Caroline Mattern vom OSC Berlin in einer starken Zeit von 36:17 Minuten. Vor dem Start zeigte sich die Berlinerin vorerst noch bescheiden: Sie habe in den vergangenen Tagen Rückenschmerzen gehabt und laufe jetzt einfach mal ohne große Erwartung an sich mit. Nach ihr folgten Viktoria Große (39:02) vom Polizei SV Berlin und Veronica Cacean (41:05) vom BRC Endspurt.

Am Rande gab Petra Hesse, die nun schon das 15. Mal mitlief, eine kurze geschichtliche Auskunft über die Veranstaltung, welche vor 15 Jahren noch an der Freundschaftsinsel stattfand und ursprünglich als Lauf für Mütter im kleinen Kreis initiiert wurde. Über die Entwicklung des Laufes freue sie sich sehr. Ebenso lobten Schirmherrin und ehemalige Profisportlerin Ulrike Bruns zusammen mit der stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden und Präsidentin des Leichtathletikverbandes, Barbara Richstein, die Organisation und das Engagement des Potsdamer Laufclubs. Besonders hob Richstein hervor, dass es ohne Breitensport auch kein Leistungssport geben könne und dieser deswegen sehr wichtig für die Stadt Potsdam sei, die aufgrund ihrer landschaftlichen Kulisse eine exzellente Ausgangslage sei, um Sport zu treiben. Nebenbei empfahl sie den Templiner See als eine gute Trainingsrunde. Auch den Bambinilauf lobte sie sehr mit der pauschalen Aussage nur so könne man die Kinder darauf aufmerksam machen, dass man sich bewegen und laufen kann. Auf die Frage an Ulrike Bruns, warum sie eigentlich Schirmherrin sei, erzählte diese vom traditionellen Frauenlauf in Oslo mit circa 50.000 Teilnehmerinnen, bei dem sogar die Eskimos mitlaufen. Inzwischen gibt es in Berlin mit dem Avon Frauenlauf Ende Mai auch in Deutschland exklusiv ein Lauf für Läuferinnen mit mehr als 10.000 Teilnehmerinnen. Ulrike Bruns meint, dass es jeder größere Stadt attraktiv macht, wenn es einen Frauenlauf gibt.

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