Persönliche Note für mehr als 4000 Läufer

Der Potsdamer Schlösserlauf hat sich etabliert als populäres und professionell organisiertes Event

Wenn Anne Pichler an die Premiere des Potsdamer Schlösserlaufs vor 15 Jahren denkt, erinnert sie sich an Tränen. „Heulend“ habe sie auf dem Luisenplatz gestanden, der damals Zielort des Laufes war. Was die etwas mehr als 1000 Teilnehmer nicht mitbekamen, schilderte die Geschäftsführerin des Stadtsportbundes 15 Jahre später als kleine Anekdote auf der Pressekonferenz zum diesjährigen ProPotsdam Schlösserlauf. Der interne Ablauf sei eine Katastrophe gewesen.

Das Lehrgeld ist längst bezahlt, heute steht der Schlösserlauf auch dank seiner professionellen Organisation hoch in der Gunst der Läufer. Er ist zu Potsdams größtem Laufevent gewachsen, aber dennoch habe Anne Pichler das Gefühl, dass es trotz der mehr als 4000 Teilnehmer persönlich geblieben ist. Die bisherige Zahl der Voranmeldungen lässt die Organisatoren vom Stadtsportbund davon ausgehen, dass sich am 3. Juni ein Rekord-Teilnehmerfeld auf den Weg über den Halbmarathon und die 10 Kilometer machen wird und der bisherige Bestwert aus dem Jahr 2016 übertroffen wird. Vor zwei Jahren nahmen insgesamt 4431 Läufer teil.

Neu im Programm ist in diesem Jahr der Bambinilauf, der am Samstag, 2. Juni um 15 Uhr im Stadion Luftschiffhafen stattfindet. Inszeniert wird das Kinderrennen mit Lauf-Abc-Übungen von jkrunning. Zum ersten Mal wird es zudem personalisierte Startnummern geben für jeden Läufer, der sich bis zum 27. Mai online angemeldet hat. Ebenfalls neu ist, dass der Schlösserlauf Teil des in diesem Jahr ins Leben gerufenen Laufcups „AOK läuft! Potsdam“ sein wird. Der Halbmarathon ist die zweite Veranstaltung nach dem RBB-Drittelmarathon. Den Abschluss findet die Serie am 7. Oktober beim Intersport Olympia Lauf. Belohnt werden bei dem Cup nicht nur die schnellsten Frauen und Männer. Alle Läufer, die an den drei Rennen teilgenommen haben, haben die Chance auf attraktive Sachpreise, die am 7. Oktober unmittelbar nach der Siegerehrung verlost werden.

Voraussichtlich 31 Läufer werden an den Start gehen, die bisher jeden Schlösserlauf absolviert haben. Für sie wird als Dank bei der Siegerehrung ein besonderer Treuepokal verliehen. Beständig ist auch das Engagement der städtischen Bauholding ProPotsdam, die nun schon zum elften Mal der Hauptsponsor des Schlösserlaufes ist. Für Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius kann es keine „bessere Werbung für die Stadt Potsdam“ geben. „Allein die ganzen T-Shirts, die ja dann auch auf anderen Laufveranstaltungen auftauchen, sind eine super PR-Kampagne“, meint er. Er selbst werde wie in den vorherigen Jahren auch mitlaufen, diesmal allerdings nur die zehn Kilometer, weil er nach einer längeren Verletzungspause nicht fit genug für einen Halbmarathon sei.

Durch die kontinuierliche Unterstützung von Partnern wie der ProPotsdam, der Erfahrung des Organisationsteams und des ehrenamtlichen Einsatzes von mehr als 400 Helfern bei der Streckenverpflegung, der Stadtnummernausgabe und beim Zielempfang ist der Schlösserlauf zu einem Laufevent gewachen, das sich internationaler Beliebtheit erfreut. Hiesigen Autofahrern verlangen die temporären Straßensperrungen hingegen Verständnis und Geduld ab. Um diese nicht zu sehr zu strapazieren, wurde das Zeitlimit für die Halbmarathonläufer herabgesetzt: Nach drei Stunden müssen sie im Ziel sein.

 Joggen bewegt den Darm
Täglich eine halbe Stunde Sport kann das Krebsrisiko um 50 Prozent senken

Sportler gelten als gesundheitsbewusst und aufgeschlossen für Gesundheitsthemen und -angebote. Daher nutzt die Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg e.V. (LAGO) den Potsdamer Schlösserlauf seit einigen Jahren als Informationsplattform. Auch in diesem Jahr klärt sie über Möglichkeiten der Krebsvorsorge auf und unterstützt zudem die AOK-Heldenstaffel, die wie im Vorjahr laufende Botschafter für dieses wichtige Anliegen auf die Strecke schickt.

In Deutschland erkranken einem Berichts des Robert-Koch-Institut aus dem Jahr 2016 zufolge jährlich 58.900 Menschen an Darmkrebs. 26.000 werden ihn im Schnitt nicht überleben. Dabei gibt es etwas ganz Natürliches, was dieser Form von Krebs präventiv, palliativ, sowie rehabilitativ entgegenwirken kann. In den vergangenen Jahren haben viele Studien gezeigt, dass regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivität das Krebsrisiko erheblich verringern. Auch zeigen wissenschaftliche Studien, dass bei etwa 14 Prozent der Darmkrebspatienten körperliche Inaktivität mit eine Ursache für das Entstehen der Krankheit sein könnte.

Bereits eine halbe Stunde Sport am Tag kann das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um 50 Prozent senken. Durch regelmäßige Bewegung wird der Darm vermehrt positiv gereizt beziehungsweise aktiviert. Ist dem nicht so, verweilen schädliche Substanzen längere Zeit im Darm und wirken auf die Darmschleimhaut ein. Zudem stellt die körperliche Betätigung auch für bereits Erkrankte eine Chance dar, den Heilungsprozess zu unterstützen. Die Health Professionals Follow-Up Studie in Boston konnte belegen, dass bei regelmäßig Sportt reibenden Darmkrebspatienten die Sterberate um 53 Prozent niedriger lag.

Die Glücksgefühle, die moderater Ausdauersport hervorrufen kann, machen es für Betroffene leichter, die mit der Krankheit einhergehenden seelischen Probleme zu bewältigen. Das Gesundheitsbewusstsein und die mentale Robustheit werden gestärkt – die Lebensqualität verbessert sich. Darüber hinaus wird der Körper widerstandsfähiger und die Muskulatur gekräftigt. Nach einer Chemo- oder Strahlentherapie regenerieren sich die Patienten somit schneller und besitzen zudem mehr Ausdauer in der Behandlung.

Langfristig kann auch das Rückfallrisiko durch regelmäßige Bewegung bei Darmkrebspatienten vermindert werden. Grund dafür ist, dass Tumore, die bei Darmkrebs auftreten, abhängig von dem Hormon Insulin sind. Je größer die Insulinkonzentration im Gewebe ist, desto größer ist der potentielle Wachstumsfaktor. Da Sport den Insulinspiegel senkt, ist dieser ein entscheidender Faktor im Kampf gegen den Krebs.

Neben Sport ist eine gute Ernährung wirksames Präventivmittel gegen Darmkrebs. Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie eine überwiegend pflanzliche Ernährung senken das Risiko immens. Spargel ist als abolutes Powergemüse für Läufer wegen seines hohen Gehaltes an Vitaminen und Mineralstoffen bekannt. Auch für den Darm bietet Spargel einen doppelten Schutz: Folsäure stabilisiert in Kombination mit Vitamin C die Darmschleimhaut. Zudem wird durch den Spargelfaserstoff Inulin die Darmflora gestärkt.

 

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