Auf majestätischen Pfaden

In der Stadt der Schlösser und Gärten regierten am gestrigen Sonntag zum 15. Mal die Laufkönige.

Potsdam - Dichte Regenwolken klebten am gestrigen Morgen über dem Luftschiffhafen. Zur 15. Jubiläumsausgabe des Pro Potsdam Schlösserlaufs sollte es diesmal nicht so heiß werden wie in den vergangenen Jahren. Die Organisatoren des Stadtsportbundes, die den Lauf von Jahr zu Jahr immer perfekter inszenieren, scheinen inzwischen sogar einen guten Draht zu Petrus zu haben: Nach zuletzt tagelanger Hitzeplage bescherte der Nieselregen bestes Wetter für Läufer.

 Knapp 4200 reihten sich zum Start ein. „Das hört ja gar nicht mehr auf“, kommentierte der rbb-Moderator am Streckenrand, während die nicht enden wollende Läuferschar für den Halbmarathon über die Startlinie lief. Bereits vor Beginn der Veranstaltung gab es mehr Voranmeldungen als Teilnehmer im vergangenen Jahr. Und die kommen mittlerweile aus der ganzen Welt nach Potsdam. Insgesamt nahmen Läufer aus 19 Nationen teil. Den Startschuss gab, bevor er selbst über die zehn Kilometer mitlief, Pro-Potsdam- Chef Horst Müller-Zinsius. Dieser freute sich über die ehrenvolle Aufgabe und bedankte sich bei den rund 400 ehrenamtlichen Helfern, unter anderem den Mitgliedern des Potsdamer Laufclubs, die dabei mithalfen, die Startnummern auszuhändigen. Veranstaltungen dieser Größe bedürfen freiwilliger Mithilfe und es ist schön, dass man sich jedes Jahr aufs Neue wieder darauf verlassen könne, so Müller-Zinius.

Bier, Pasta und Kuchen am Rande der Laufstrecke
Ist der Startschuss gefallen und sind alle Läufer auf Sightseeing unter Wettkampfbedingungen geschickt, entlädt sich spürbar etwas Anspannung bei den Organisatoren: Alle weg, das wäre erst einmal geschafft. Das Publikum und der Familienanhang der Läufer verteilten sich über das Gelände des Luftschiffhafens. Manche gingen ins Bierzelt, andere versorgten sich mit Pasta und Kuchen. Wieder andere verschwanden in der Leichtathletikhalle, um auf der Sportmesse auf Schnäppchenjagd zu gehen. Hier herrschte eine besonders angenehme Atmosphäre, denn während draußen der Radiosender des rbb lautstark Charthits über die Lautsprecher spielte, war es in der Halle fast komplett still. Manch Besucher gönnte sich eine ganz besondere Entspannung und ließ sich von den – noch beschäftigungslosen Physiotherapeuten – massieren.

Draußen auf den Potsdamer Straßen im Antlitz von Schloss Babelsberg, Sanssouci und dem Neuen Palais ging es weniger entspannt zu. Vor allem an der Spitze der jeweiligen Rennen nicht. Und allzu lang konnten sich die Zuschauer dann tatsächlich nicht zurücklehnen, denn nach etwa einer halben Stunde kam schon wieder Bewegung ins Stadion und es galt, die Zieleinläufer des Zehn-Kilometer-Rennens zu bejubeln. Nach 32:22 Minuten kam Hannes Hähnel aus Frankfurt (Oder) als Erster ins Ziel gelaufen. Der 31-jährige Schiedsrichter vom 1. FC Frankfurt gewann bereits eine Woche zuvor das neunte Mal den Oderpokallauf und bestritt im April den Düsseldorf-Marathon, wo er sich den 13. Platz bei den Deutschen Meisterschaften holte. Bereits im vergangenen Jahr gewann Hähnel in Potsdam, allerdings eine Minute schneller. Nach ihm folgten Jim Pincini (35:58) und Alexander Jegerow (37:52).

1:17:28 Stunden für 22 Kilometer
Bei den Frauen siegte ebenfalls zum zweiten Mal in Folge die ehemalige Turbine-Spielerin Inka Wesly. Sie erreichte das Ziel in 40:51 Minuten. Den zweiten und dritten Platz belegten Ines Sobotta (41:18) und Corinna Wöstmann (43:25) vom Potsdamer Laufclub. Den Halbmarathon gewann Falko Zauber nach 1:17:28 Stunden vom LG Nord Berlin. Zauber arbeitet selbst als Personaltrainer in Berlin und ist der Sohn des früheren mehrfachen DDR-Meisters und Mittelstreckenläufers Lutz Zauber. Den zweiten Platz belegte der Pole Maciej Lucyk von Asics FrontRunner Poland (1:18:34). Dritter wurde Alexander Vargas Cervante (1:18:43) aus Costa Rica. Bei den Frauen schaffte es, nun zum inzwischen zum siebten Mal, Karsta Parsiegla als Erste ins Ziel. Die 55 Jahre alte Geologin vom SCC Berlin lief die Halbmarathondistanz in 1:31:40 Stunden. Danach kamen Ulrike Schweinzer (1:33:14) und Diana Heyder (1:33:32) von gotorun.

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