Zwischen Glamour und Gedenken

laufstrecke kgbDie Laufstrecke ist eine Alternative im Winter, wenn die Tage kurz sind, es spät hell und früh dunkel wird. Denn ein Großteil der etwa elf Kilometer langen Runde ist beleuchtet, sodass der sportlichen Aktivität bei morgendlicher oder abendlicher Dämmerung nichts im Wege steht. Wer ganz im Dunkeln läuft, sollte eine Stirnlampe nutzen, denn einige Passagen sind wenig illuminiert. Gleichwohl ist ein Lauf bei Tageslicht eine gute Gelegenheit für eine aktive Sightseeing-Tour vorbei an einigen Sehenswürdigkeiten.

Der Start ist im Potsdamer Norden an der Nedlitzer Straße in Höhe der Fritz- von-der-Lancken-Straße. Den Beginn der Route markiert der Bertiniweg, der später zur Bertinistraße wird. Sie ist eine der bekanntesten Straßen der Landeshauptstadt, zwar etwas abseits des Zentrums gelegen, doch von historischer Bedeutung wegen ihrer einstigen Bewohner: Früher hieß sie auch Bankiersstraße. Das bekannte Arabicum – ein in Damaskus gefertigtes Zimmer im orientalischen Stil, das mit Edelhölzern ausgestattet ist – befindet sich in der dortigen Gutmann-Villa.

Schleife um das Glienicker Horn

Am Ende der Bertinistraße angelangt, geht es vorbei an der Alten Meierei entlang des Ufers am Jungfernsee bis zur Glienicker Brücke, die überquert wird, um eine Schleife um das Glienicker Horn zu drehen. Markant ist hier die Villa Kampffmeyer, die der seinerzeit bedeutendste Mühlenbesitzer Deutschlands – Kurt Kampffmeyer – 1924 errichten ließ. Später wurde sie bekannt durch das Schweizer Botschafter-Paar Borer-Fielding, das den Glamour liebte und für seine Empfänge mit der Villa die passende Fassade fand. Die Bebauung des Glienicker Horns galt als eines der „heißen Eisen“, die der einstige Potsdamer Baustadtrat Detlef Kaminski ausrief: Areale in sensibler, zum Teil unter dem Schutz des Unesco-Welterbes stehender Lage, für die der Ex-Stadtrat neue Bauprojekte vorschlug.

Die Kehre um das Glienicker Horn endet am Sportplatz des Eisenbahnersportvereins Lokomotive Potsdam, wo der Kurs auf die Berliner Straße mündet. Von hier geht es weiter in Richtung City. Die nächsten gut zwei Kilometer entsprechen dem ersten Abschnitt des Potsdamer Drittelmarathons, der jährlich im April stattfindet und unmittelbar vor der Glienicker Brücke gestartet wird. An der Kreuzung zwischen Humboldtbrücke und Behlertstraße geht es in diese rechts ab – dann zurück in den Neuen Garten, vorbei an der Gotischen Bibliothek.

Im "Militärstädtchen Nr. 7" des sowjetischen Geheimdienstes

Die folgende Passage mit dem Heiligen See in Sichtweite bietet sich an für einen Stirnlampentest. Achtung: Die Tore des Parks werden mit Einbruch der Dunkelheit geschlossen, auch wer sehr früh unterwegs ist, steht womöglich vor verschlossenen Gattern. Man verlässt die Parkanlage dann an der Mündung zur Leistikowstraße direkt am Kaiserin-Augusta-Stift und betritt damit das ehemalige „Militärstädtchen Nr. 7“ des sowjetischen Geheimdienstes. Am anderen Ende der Straße befindet sich die Gedenkstätte des damaligen KGB-Gefängnisses.

Hier gibt es nun zwei Optionen für die Weiterführung der Route: Die zum Pfingstberg hinauf ist die sportlich anspruchsvollere, bei der es oben angekommen einen wunderbaren Ausblick vom Belvedere zur Belohnung gibt. Vorbei am „Restaurant am Pfingstberg“ gelangt man dann wieder zur Bertinistraße. Die zweite Variante führt über die Große Weinmeisterstraße zurück zur Bertinistraße. Diese wird dann zur Zielgerade einer abwechslungsreichen und interessanten Strecke.

Gemeinsam mit den Stadtwerken Potsdam stellen die PNN die schönsten Laufstrecken in und um Potsdam vor, die uns Leser vorgeschlagen haben. Die Strecken sind auch im digitalen Stadtplan der Stadtwerke zu finden.

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