Laufen mit Druck - was Kompression wirklich bringt

Kompressionsstrümpfe, -tights und -tops sind schon seit einigen Jahren ein Trend bei Läufern und anderen Sportlern. Doch ist der Druck wirklich förderlich für die sportliche Leistung oder ist es nur ein Placebo?

Die Meinungen gehen weit auseinander. Fakt ist, dass eine medizinische Wirksamkeit nachgewiesen wurde. Die engen Kompressionsstrümpfe unterstützen die Resorption von Gewebeflüssigkeit durch die Venen und Lymphgefäße und bauen so durch Flüssigkeitsstau entstandene Schwellungen ab. Vor allem die Venenklappenfunktion wird verbessert. In der Medizin kommen die engen Strümpfe bereits seit rund 150 Jahren zum Einsatz.

Im Sportbereich haben sie jedoch erst in den letzten Jahren den Durchbruch geschafft. Doch gibt es bislang nur wenig repräsentative Studien. Die Bedingungen der Tests haben sich zu deutlich unterschieden: mal wurden Hobbysportler, mal Leistungssportler getestet, zudem schwankten die Intensität und der Einsatzbereich stark.

Viele Sportler empfinden es als angenehm, die Socken während und nach dem Sport zu tragen. Für Läufer interessant ist vor allem, dass die Kompressionssocken mehr Halt geben und die Muskelvibration verringern. Die Muskelgrundspannung wird erhöht und die Durchblutungsrate steigt. Dadurch sinkt auch die Anfälligkeit für Muskel-, Sehnen-, Bänder-, und Gelenkbeschwerden. Zudem unterstützt die Kompression die Muskelpumpe, auch Venenpumpe genannt, wodurch das Blut besser zum Herz zurück transportiert werden kann. Das verhindert dicke Beine und Krampfadern. Durch die vermehrte Durchblutung kann der Muskel weiterhin besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.

Die größten Effekte erzielen Kompressionssocken jedoch in der Regeneration. Sie sind daher auch nach dem Sport zu empfehlen. Nach einer harten Trainingseinheit sollte man die Strümpfe ungefähr drei bis vier Stunden tragen. Der Leistungsverlust ist geringer und man ist schneller wieder fit und einsatzbereit. Dieser Effekt ist ebenfalls bei Muskelkater oder generellen Erschöpfungszuständen zu beobachten. Des Weiteren wirken Kompressionsstrümpfe auch in der Kurzzeitregeneration. Das ist vor allem dann entscheidend, wenn mehrere Läufe an einem Tag anstehen.

Jedoch gibt es nur sehr wenige Studien, die beweisen, dass durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen die Leistungsfähigkeit messbar gesteigert wird. Nur bei sehr langen Distanzen bringen sie wissenschaftlich nachgewiesen Vorteile, da sie Schmerzen lindern. Jedoch ist die Forschung auf diesem Gebiet noch ganz am Anfang.

Beim Kauf von Kompressionskleidung sollte man unbedingt darauf achten, dass sie richtig passt. Zu beachten ist, dass Kompressionsstrümpfe nicht nach Schuhgröße verkauft werden, sondern nach dem Wadenumfang. Dieser sollte möglichst an mehreren Stellen gemessen werden. Nur so wird sichergestellt, dass das richtige Maß an Kompression erreicht wird. Gerade im Sportbereich findet man auch immer wieder den Einsatz von Sleeves – Socken ohne Fuß. Auch sie sind für Läufer geeignet, da der Druckverlauf genauso wie bei den Socken verläuft.

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