Laufend durch die Nacht

Spät und früh dunkel – im Winter verlangt das Laufen alternative Strecken. In Potsdam geht das sehr gut.

„Helo“ ist ein guter Wegweiser. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Mitglied der Lauf-Community auf der Internetplattform von jogmap, nach deren eigenen Angaben bundesweit Läufer für ganz Deutschland eine Million Laufstrecken hochgeladen haben. Für Potsdam finden sich fast 3800 Laufstrecken in einer 147 Seiten langen Online-Liste wieder, die sich per Klick auf der Stadtkarte abzeichnen. Besonders wertvoll wird die Mitteilungsfreude, wo jemand läuft, wenn der Eintrag mit Informationen wie „Winterstrecke“ oder „Abendrunde“ versehen ist – so wie „Helo“ es macht. Er hat zum Beispiel eine elf Kilometer lange Runde von der Russischen Kolonie über die Humboldtbrücke nach Babelsberg und zurück hinterlegt, die gut geeignet ist, um zu laufen, wenn es dunkel ist.

Im Herbst und Winter, wenn die Tage kürzer werden, haben Läufer durchaus ein Problem. Geliebte Laufrunden im Park oder im Wald liegen im Dunkeln – oder aber sind verschneit und vereist. Doch ist es in einer Stadt wie Potsdam recht einfach, Alternativen zu finden, denn die Stadt ist an sich hell erleuchtet;geht die Sonne unter, geht vielerorts in der Stadt das Licht an. 16.400 Leuchtpunkte markieren das Stadtbild bei Dunkelheit und erhellen somit auch eine Vielzahl an Laufstrecken im Herbst und Winter. Die Großbeeren- oder Zeppelinstraße, die häufig in den jogmap-Empfehlungen für abendliche Laufrunden auftauchen, sind zudem nicht nur gut beleuchtet, sondern aufgrund ihrer Länge und Gehwegbreite gut zu laufen. Der Volkspark am Bornstedter Feld (ein Euro Eintritt) ist nicht nur hell, sondern auch eine verkehrsfreie Zone.

Selbst sehen, wo es lang geht, ist indes das eine. Als Läufer in der dunklen Jahreszeit erkannt zu werden, das andere. Wer durchs Stadtgebiet joggt, ist nicht nur Sportler, sondern Verkehrsteilnehmer. Was für Autos Scheinwerfer sind, sollten für Läufer und Jogger Stirnlampen sein. Bis vor einigen Jahren wurden Läufer mit Stirnlampen noch belächelt, heute gehört es – nicht zuletzt wegen der rasanten Entwicklung der LED-Technologie, die in Pilotprojekten auch im Potsdamer Stadtgebiet als Straßenbeleuchtung getestet wird – nahezu zur Standardausrüstung. Lauf-Journale und Outdoor-Magazine testen regelmäßig die neuesten Modelle, deren Anzahl stetig steigt und die sich in einer Preisspanne zwischen 15 und 360 Euro bewegen. Bei der Wahl einer Stirnlampe ist sicherlich der Preis ein wichtiges Kriterium, auch das Gewicht spielt eine Rolle – Modelle mit einem guten Tragekomfort wiegen zwischen 170 und 200 Gramm – Outdoormodelle für Trekking oder Klettern kommen aufgrund ihres Gewichtes für Läufer eher nicht in Frage. Bei der Funktionalität sollte darauf geachtet werden, dass es zwei Leuchtmodi gibt – einen Modus für die Umgebung und einen für die Nahsicht.

Wer gern mit dunklen Hosen, Laufschuhen und Laufjacken unterwegs ist, kann nur auf eine Distanz von zehn bis 20 Metern erkannt werden. Eine helle Laufjacke mit Reflektoren hingegen vergrößert die Sichtbarkeit eines Läufers auf bis zu 150 Meter. Reflektoren an Laufschuhen sind aufgrund der ständigen Bewegung auf bis zu 200 Metern sichtbar und ein blinkendes Diodenarmband kann von Autofahrern auf etwa 300 bis 400 Metern gut erkannt werden. Noch besser wird erkannt, wer mit einer Laufweste unterwegs ist.
Mit der richtigen Ausrüstung und etwas Entdeckergeist für gut beleuchtete Strecken steht dem winterlichen Laufspaß in Potsdam nichts entgegen. Und wer auf seiner Laufrunde unerwartet im Dunkeln steht, weil die Straßenbeleuchtung defekt ist, kann die Störung melden unter Tel.: (0331) 661 20 00.


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