T-Shirts, die atmen

Funktionskleidung gehört zum Sportler-Equipment wie Laufschuhe

Herr Kropf, vor allem jetzt im Sommer schwitzen Läufer viel, doch immer seltener sieht man schweißgetränkte Shirts. Atmungsaktiv heißt das Zauberwort. Seit wann gibt es diese Funktionskleidung?

Funktionskleidung gibt es seit Ende der 1980er Jahre. So richtig auf dem Markt ist sie, seit der Laufboom zu Beginn der 2000er stärker geworden ist.

Warum kam jemand auf die Idee, Funktionskleidung zu entwickeln?

Mit dem zunehmenden Aspekt der Gesundheitsförderung und des Wohlbefindens hat die Sportartikelindustrie festgestellt, dass Baumwollfaser sehr nachteilig ist, weil sie schwer ist und viel Feuchtigkeit aufnimmt. Doch Läufer wollten sich zunehmend wohlfühlen beim Laufen und leichtere Kleidung haben.

Wodurch zeichnet sich Funktionskleidung aus?

Die Funktionsfaser ist deutlich leichter und flexibler als Baumwolle und hat als wesentlichen Vorteil, dass sie Feuchtigkeit aufnimmt, ähnlich wie Baumwolle, diese aber schnell wieder abgibt, sodass das Textil schnell wieder trocknet.

Wie funktioniert es, dass ein T-Shirt atmet und nicht nass wird ?

Das funktioniert ähnlich wie die menschliche Haut: Die Faser ist oben geschlossen, sodass keine Feuchtigkeit von außen nach innen gelangt. Aber die Feuchtigkeit, die der Körper abgibt und transportiert, geht raus, weil die Poren von innen nach außen deutlich größer sind als umgekehrt.

Was hat sich von den Anfängen der Funktionskleidung bis heute verändert?

Die Materialien waren am Anfang sehr plastisch, haben stark gerochen und waren in ihrer gewünschten Funktion noch längst nicht so wirksam wie heute. Dadurch hatten Funktionstextilien zunächst nicht das beste Image. Aber in den letzten 15 Jahren hat sich die Technologie deutlich weiterentwickelt, mittlerweile werden Funktions- mit Naturfasern kombiniert. Sie haben mehr und mehr an Leichtigkeit und Durchlässigkeit gewonnen.

Gibt es Funktionskleidung für jede Jahreszeit?

Die gibt es. Für die Sommersaison sind die Materialen natürlich so leicht es geht und oft gestrickt, statt gewebt, was sie deutlich flexibler macht. Das macht es beim Laufen bei höheren Temperaturen sehr angenehm auf der Haut. Genauso wirkungsvoll sind Funktionstextilien im Herbst und Winter.

Halten Funktionstextilien genauso lange wie Baumwoll-Shirts?

In der Regel halten sie länger, weil Funktionsbekleidung relativ unempfindlich ist gegen Sonne, Wind, Regen, Kälte – anders als eine Baumwollfaser, die auf Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit stark reagiert.

Muss man bei modischen Aspekten Abstriche machen?

Vor allem für Läuferinnen ist es immer wieder eine wichtige Frage, dass sie sich nicht nur wohlfühlen, sondern auch gut aussehen, weil das auch für die Motivation wichtig ist. Mode spielt bei Lauftextilien inzwischen eine wichtige Rolle. Sie sind sehr farbenfroh und gehen mit den klassischen Modelinien der großen Labels. Der aktuelle Trend ist, dass die Lauftextilien wie Baumwolle aussehen, einen sehr legeren Look haben, aber das Material tatsächlich aus atmungsaktiven Fasern besteht.

Die Fragen stellte Peter Könnicke

Florian Kropf

leitet die Filiale von RunnersPoint im Stern-Center Potsdam und ist selbst leidenschaftlicher Läufer. Er erklärt das Prinzip von Funktionstextilien beim Sport.

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